| Antrag: | Kapitel 3: Familien, Kinder & Jugendliche stärken – Wie Xhain echte Teilhabe und Chancen bietet |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Vito Dabisch (KV Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg) |
| Status: | Zurückgezogen |
| Eingereicht: | 02.04.2026, 18:53 |
Ä10 zu A3: Kapitel 3: Familien, Kinder & Jugendliche stärken – Wie Xhain echte Teilhabe und Chancen bietet
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Kapitel 2: Familien, Kinder & Jugendliche stärken – Wie Xhain echte Teilhabe und Chancen bietet
Von Zeile 514 bis 516:
Chancengleichheit bedeutet: Wir verdoppeln die Zahl der Gemeinschaftsschulen in unserem Bezirk und setzen uns für sozial diverse Einschulungsbereiche für alle Grundschulen und Gemeinschaftsschulen ein.
Chancengleichheit bedeutet: Kinder erhalten die beste Bildung und Unterstützung – unabhängig von Herkunft und Einkommen.
(Kitas, Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulsozialarbeit,
Familienzentren, Beteiligung junger Menschen)
1. Warum dieses Thema für unseren Bezirk zentral ist
Friedrichshain-Kreuzberg ist der Bezirk mit der jüngsten Bevölkerung und der
wohl vielfältigste Bezirk Berlins. In unseren Kiezen leben Familien mit ganz
unterschiedlichen Hintergründen, Sprachen und Lebenswirklichkeiten. Diese
Vielfalt ist unsere Stärke – sie stellt Politik aber auch vor besondere
Herausforderungen. Denn Kinder und Jugendliche starten nicht mit den gleichen
Chancen ins Leben. Während einige Kinder in Haushalten mit guten
Bildungsressourcen aufwachsen, kämpfen andere mit beengten Wohnverhältnissen,
Sprachbarrieren oder Armut.
Als Bezirk haben wir die Verantwortung, diese Ungleichheit aktiv anzugehen. Gute
Bildungs-, Jugend- und Familienpolitik sind keine Nischenthemen, sondern der
Schlüssel für eine gerechte Zukunft. Ob ein Kind gut durch die Schulzeit kommt,
ob Jugendliche Perspektiven entwickeln und ob Familien Unterstützung finden,
entscheidet sich vor Ort: auf Spielplätzen, in Schulen, Jugendeinrichtungen und
Familienzentren. Hier sorgen wir dafür, dass Xhain nicht nur der
familienreichste sondern auch der familienfreundlichste Bezirk ist.
2. Unsere Haltung: Chancengleichheit beginnt vor Ort
Wir Grüne stehen für das Recht jedes Kindes auf gute Bildung – unabhängig vom
Geldbeutel, Bildungsstand oder Aufenthaltsstatus. Gleiche Chancen für alle sind
kein Selbstläufer, sie müssen politisch erkämpft und jeden Tag verteidigt
werden. Das bedeutet: Wir investieren dort, wo der Bedarf am größten ist. Wir
öffnen Räume für Beteiligung, statt über die Köpfe junger Menschen hinweg zu
entscheiden. Und wir nehmen Familien in ihrer Vielfalt ernst – ob
alleinerziehend oder mit mehreren Elternteilen, ob Regenbogen- oder Großfamilie,
ob mit oder ohne Migrationsgeschichte.
Unsere Politik gestaltet aktiv: Wir wollen ein Bildungssystem, das Kinder nicht
aussortiert, sondern alle mitnimmt. Wir wollen Jugendarbeit, die verlässlich da
ist und nicht dem Rotstift zum Opfer fällt. Wir wollen Familien stärken, indem
wir ihnen den Alltag erleichtern und echte Unterstützung bieten.
Chancengleichheit beginnt nicht in fernen Ministerien – sie beginnt auf dem
Spielplatz um die Ecke, im Klassenzimmer der Grundschule, im Jugendclub im Kiez.
3. Zentrale Herausforderungen im Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg ist geprägt von stark unterschiedlichen Lebenslagen
zwischen den Kiezen. Gerade bei Bildung, Jugend und Familie zeigt sich das in
zentralen Herausforderungen:
Kinder in unserem Bezirk wachsen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen auf.
Während einige viel Unterstützung zu Hause erfahren, sind andere mit
finanziellen Sorgen, beengtem Wohnraum oder Konflikten im häuslichen Umfeld
konfrontiert. Die Chancen, mit denen Kinder ins Leben starten, sind ungleich
verteilt.Gleichzeitig wächst der Unterstützungsbedarf: Schule, Alltag und Krisen
belasten viele Kinder und Jugendliche zunehmend. Die bestehenden Angebote in
Schulen, Kitas und der Jugendarbeit stoßen dabei oft an ihre Grenzen – auch,
weil es an Plätzen, Personal, geeigneten Räumen und moderner Ausstattung
fehlt.Hinzu kommt die große sprachliche und kulturelle Vielfalt unseres Bezirks.
Sie ist eine Stärke, die unseren Alltag bereichert, braucht aber gezielte
Förderung und klare Regeln gegen Ausgrenzung.Auch Personalmangel, Fluktuation
und Zeitdruck in pädagogischen Berufen erschwert eine verlässliche Begleitung
von Kindern und Familien. So wird es vielerorts schwierig, die Unterstützung zu
leisten, die eigentlich notwendig wäre.
4. Was wir konkret verändern wollen
Vielfältige Schulen stärken – gemeinsam lernen statt
aussortieren
Gemeinsam lernen:
Als Grüne Xhain wollen wir, dass alle Kinder lange gemeinsam lernen, anstatt
zeitig auf verschiedene Schulen getrennt zu werden. Gemeinschaftsschulen - als
Schulen, an denen Kinder von der ersten bis zur letzten Klasse gemeinsam und gut
lernen können - sind eine Erfolgsgeschichte. Deshalb wollen wir die Zahl der
Gemeinschaftsschulen in unserem Bezirk verdoppeln und die schon bestehenden
Standorte besonders unterstützen und stärken. Wir wollen außerdem sicherstellen,
dass die Vielfalt unseres Bezirks auch in unseren Schulen abgebildet wird und
alle Kinder gemeinsam zur Schule gehen. Deshalb setzen wir uns für sozial
diverse Einschulungsbereiche an Grundschulen und Gemeinschaftsschulen ein.
Vielfalt erhalten: Wir wollen die bunte Xhainer Schullandschaft erhalten und
weiter ausbauen. Mit ihren unterschiedlichen pädagogischen Ansätzen (z.B.
Montessori), den mehrsprachigen Europaschulen, verschiedenen inhaltlichen
Schwerpunkten (Musik, Sport), inklusiven Förderschwerpunkten, Angeboten für
Schüler*innen mit besonderen Bedarfen schafft Friedrichshain-Kreuzberg ein
vielfältiges Angebot, das Kinder und Jugendliche in Ihrer Unterschiedlichkeit
ernst nimmt.
Kinder gemeinsam unterrichten: Alle Kinder haben dieselben Rechte. Deshalb
sprechen wir uns klar gegen eine zentrale Beschulung geflüchteter Kinder in
Gemeinschaftsunterkünften aus und fordern Schulplätze für alle Kinder und
Jugendlichen an den Regelschulen in unserem Bezirk. Wir fördern zudem den
Erstsprachunterricht (ESU) in Grund- und Oberschulen, auch für geflüchtete
Schüler*innen.
Bildungsnetzwerke stärken: Wir bauen bestehende Bildungsnetzwerke aus und
fördern neue, um Schulen, Kitas, Jugendeinrichtungen und Sozialträger im Kiez
besser zu vernetzen.
Schulqualität ausbauen, Demokratiebildung stärken
Sozialarbeit stärken: Wir wollen, dass an jeder Schule mindestens zwei Stellen
für Schulsozialarbeiter*innen dauerhaft finanziert werden, die psychosoziale
Unterstützung vor Ort leisten, Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern beraten und
in den Klassen und auch den schulischen Gremien präsent sind. Sie sind Teil des
schulischen Lebens und nehmen aktiv an der Entwicklung der Schule teil.
SIBUZ ausbauen: Die Angebote des SIBUZ (Schulpsychologie und
Inklusionspädagogik) und auch die Personalausstattung müssen dem tatsächlichen
Bedarf angepasst und ausgebaut werden. Um Schüler*innen mit hoher Schuldistanz
zurückzugewinnen und Schulabbrüche zu verhindern, wollen wir die Zusammenarbeit
von Schule, Jugendhilfe und SIBUZ stärken.
Schulessen verbessern: Wir setzen uns für bessere Qualität beim Schulessen ein,
mit regionalem Obst und Gemüse sowie mit mehr Bio-Anteil. Um die große Menge an
Lebensmittelabfall zu reduzieren, fördern wir Kooperationen in den Sozialräumen,
etwa um nicht abgerufenes Essen an Obdachlosenunterkünfte weiterzugeben.
Antidiskriminierungsarbeit stärken: Schulen und Bildungsorte sollen allen ein
Lernen frei von Diskriminierung und Mobbing ermöglichen. Neben Prävention
stärken wir auch die Anlauf- und Fachstelle Diskriminierungsschutz im Bezirk als
niedrigschwellige Beschwerdestruktur, die Hilfe und Unterstützung bietet.
Demokratiebildung als zentrale Aufgabe verstehen: Demokratiebildung ist eine
zentrale Aufgabe von Schule – einerseits durch Vermittlung im Unterricht,
besonders aber auch durch Teilhabe und Mitbestimmung. Dies geschieht im
Klassenrat, in der Schülerinnenvertretung und in den schulischen Gremien wie der
Schulkonferenz. Die Schüler*innen sollen auch zur Beteiligung und zum Engagement
außerhalb der Schule angeregt und befähigt werden. Die Schulaufsicht soll mit
den Schulen Konzepte erarbeiten, mit denen Demokratiebildung und Beteiligung
stärker berücksichtigt werden.
Schüler*innen mitbestimmen lassen: Wir befürworten die Einrichtung von
Schüler*innen-Parlamenten in den Schulen und wollen die innerschulische
Gremienarbeit durch bessere Informationsstrukturen stärken und vernetzen. Das
Projekt Schüler*innen-Haushalt, bei dem Schüler*innen über Bezirksbudgets
mitentscheiden können, wollen wir ausbauen, im Bezirk bekannt machen und breiter
ausrollen. Wir wollen zudem die Partizipation der bezirklichen Schulgremien in
den sie betreffenden Belangen, die in der BVV diskutiert werden und damit
zusammenhängenden Entscheidungsprozessen, durch eine bessere Koordination
seitens des Schulamts stärken.
Schulen als echte Orte der Nachbarschaft
Schulen öffnen: Wir öffnen Schulhöfe auch außerhalb der Unterrichtszeiten für
die Nachbarschaft und schaffen verkehrsbefreite Schulzonen als wichtige Orte der
Begegnung ohne Konsumzwang. Die Aufenthaltsqualität auf Schulhöfen wird
verbessert, Spiel- und Sportgeräte können durch den Kiez genutzt werden.
Sporthallen und Sportplätze sollen auch Nicht-Sportvereinen und Familien zur
Verfügung stehen.
Freiwerdende Schulräume sollen Raum für soziale und kulturelle Angebote schaffen
und der Gemeinschaft als Orte des Zusammenkommens dienen. Wir wollen daher in
neuen Schulgebäuden auch Räume für den Kiez schaffen.
Schulwege sicher gestalten: Jeder Weg ist ein Schulweg. Dieses Verständnis
bildet die Grundlage unserer Politik. Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und
Jugendliche angstfrei und eigenständig zwischen Schule, Zuhause und dritten
Orten unterwegs sein können. Dies stärkt ihr Selbstvertrauen und reduziert
Stress innerhalb der Familien.
Kinder und Jugendliche – verlässliche Strukturen und echte
Beteiligung
Verlässliche Jugendarbeit erhalten: Wir stellen uns gegen Kürzungen des Senats
bei der Jugendarbeit und setzen uns für eine verlässliche Kinder- und
Jugendhilfestruktur ein. An Zukunft dürfen wir nicht sparen, sonst wird es
teuer. Wir bauen die Jugendsozialarbeit in den Kiezen aus und schaffen mehr
kostenfreie Freizeitangebote für Jugendliche. Wir stärken auch die queere
Jugendarbeit, zum Beispiel mit einem queeren Jugendzentrum, und bieten
Fortbildungen an, damit Jugendeinrichtungen Safe-Spaces für alle Kinder und
Jugendlichen sein können. Zudem fördern wir antirassistische Fortbildungen für
die Kinder- und Jugendarbeit und das Jugendamt.
Kinder- und Jugendbeteiligung ausbauen:
Das auf unsere Initiative hin gegründete Jugend- und Kinder-Gremium (JuKG)
werden wir weiter stärken und finanziell absichern. Dazu setzen wir uns für ein
unkompliziertes Antragsrecht für das JuKG über die Vorsteherin der
Bezirksverordnetenversammlung, eine gute pädagogische Begleitung und einen
eigenen Haushalt ein. Politik und Verwaltung machen wir fit, um mit Anliegen von
Kindern und Jugendlichen gut umzugehen. Wir bauen darüber hinaus unsere
Beteiligungslandschaft weiter aus: Kinder und Jugendliche werden bei den sie
betreffenden Angelegenheiten einbezogen – von der Spielplatzgestaltung bis zur
Verkehrsplanung. Auf Landesebene möchten wir erreichen, dass alle Kinder- und
Jugendparlamente ein gesetzlich verbrieftes Antragsrecht in der BVV bekommen.
Spielplätze mit und für Kinder gestalten: Spielplätze gestalten und pflegen wir
gemeinsam mit der Nachbarschaft. Wir fordern eine auskömmliche Finanzierung der
Reparatur und Pflege von Spielplätzen. Wir sorgen für bessere Spielgeräte,
Sportangebote und Aufenthaltsmöbel (Basketball-Körbe, Tischtennisplatten,
Sitzelemente etc.).
Klimaanpassung und Hitzeschutz: Spielplätze und Spielgeräte passen wir dem
veränderten Klima an: mehr Begrünung, Beschattung und Spielgeräte, die sich
nicht aufheizen. Hitzeschutzpläne werden in Schutzkonzepte von Kitas, Schulen
und sozialen Einrichtungen aufgenommen.
Jugendberufshilfe stärken: Wir stärken die (mobile) Jugendberufshilfe und den
Übergang von Schule zu Beruf – auch an Gymnasien. Wir fördern Ausbildungswohnen,
Praktikumsbörsen und Kooperationen mit lokalen Betrieben. Auch Jugendlichen mit
Behinderung erleichtern wir den Einstieg ins Berufsleben: Wir fördern Inklusion
durch Peer-Beratung, Praxisbeispiele wie die des Hotels Grenzfall, eine
Inklusionswoche mit Betrieben und die bessere Vernetzung verschiedener
Schulformen.
Inklusive Hilfen zur Erziehung (HzE) bieten: Für junge Menschen mit Behinderung
pilotieren wir inklusive HzE-Angebote. Das Jugendamt wird ein inklusives
Schutzkonzept vorlegen und eigene Verfahren wie die Gefährdungseinschätzung
inklusiv weiterentwickeln. Die Jugendhilfeplanung muss erheben, welche
Entlastungs-, Unterstützungs- und Präventionsangebote junge Menschen mit
Behinderungen und ihre Familien benötigen und diese aus einer Hand anbieten.
Betroffene Familien dürfen nicht zusätzlich durch unüberschaubare bürokratische
Abläufe belastet werden.
Barrierefreiheit verbessern: Wir sorgen für Barrierefreiheit von Schulen,
Schulhöfen und schaffen Freizeitangebote mit entsprechenden Räumen und
Fachpersonal. Wir haben bereits einen inklusiven Spielplatz eröffnet – wir
wollen noch weitere! “SpOrt 365” als großartiges nachbarschaftliches Sport- und
Freizeitprojekt im Görlitzer Park werden wir als Bezirk erhalten und fördern.
Mit Kampagnen wie "Keep your Kiez clean" setzen wir uns gegen die Vermüllung
öffentlicher Räume und Grünanlagen ein und gegen den offenen Konsum harter
Drogen.
Ämter verzahnen: Wir verbessern die Zusammenarbeit der Ämter Jugend, Gesundheit
und Schule. Junge Menschen mit komplexen Problemlagen, geflüchtete Kinder und
Jugendliche sowie junge Menschen mit Behinderung müssen in der
Versorgungsinfrastruktur mitgedacht werden.
Familien stärken – Vielfalt anerkennen, Alltag erleichtern
Familie ist, wo Kinder sind: Wir haben ein breites Familienverständnis: Ob
Regenbogenfamilie, alleinerziehend, Großfamilie oder Patchwork. Wir bieten
Angebote für die ganze Familie und denken verschiedene Lebensrealitäten mit.
Familienförderung darf im Bezirk nicht von der Familienkonstellation abhängig
sein. Sondern in erster Linie alle Kinder weiterhin dabei unterstützen gut
aufwachsen zu können.
Infrastruktur familienfreundlich gestalten: Wir setzen uns ein für Spielecken,
Wickelkommoden mit Windelmaterial und Stillräume in öffentlichen Gebäuden. Wir
erstellen einen Online-Wegweiser zu diesen Orten. Familien werden in den
Planungen aller Fachbereiche mitgedacht – etwa durch abgesenkte Bordsteine an
Kreuzungen für Kinderwagen sowie Trinkbrunnen in kindgerechter Höhe.
Familienzentren und Angebote ausbauen: Wir stärken Familienzentren und
Familienservicebüros. Wir erweitern Angebote auch für Familien mit älteren
Kindern, insbesondere in der Pubertät, wo es oft Krisen gibt – etwa durch
Kooperationen von Jugendfreizeiteinrichtungen mit Familienzentren.
Die Stadtteilmütter arbeiten als Vermittlerinnen in Nachbarschaften und
unterstützen Familien mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, indem sie
niedrigschwellige Beratung und Hilfe im Alltag anbieten – etwa zu Bildung,
Gesundheit oder sozialen Angeboten. Das Erfolgsprojekt zielt darauf ab, Zugänge
zu schaffen und Brücken zwischen Familien und Institutionen zu bauen. Es ist ein
wertvoller Baustein nachbarschaftlicher Alltagsbegleitung, den wir weiter
unterstützen und fördern.
Kinder- und Familienarmut bekämpfen: Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein. Wir
setzen die Empfehlungen der Landeskommission zur Prävention von Kinder- und
Familienarmut im Bezirk konsequent um. Besonders betroffen sind Alleinerziehende
– hier sollen Familienzentren und Jobcenter künftig kooperieren, um
Alleinerziehenden bei der Erwerbsarbeit besser zu unterstützen.
Familien in Krisensituationen unterstützen: Auch Familien sind von
Wohnungslosigkeit betroffen. Einrichtungen für Wohnungslose müssen deshalb
Schutzkonzepte und sozialpädagogische Unterstützung bieten. Wir sorgen für
Vermittlung von Anschlusshilfen und Unterstützung bei der Wohnungssuche.
Oberstes Ziel ist es Familien schnellstmöglich in sichere Wohnverhältnisse zu
bringen.
5. Wirkung für den Bezirk
Unsere Politik stärkt Familien, Kinder und Jugendliche – konkret und spürbar im
Alltag.
Chancengleichheit bedeutet: Wir verdoppeln die Zahl der
Gemeinschaftsschulen in unserem Bezirk und setzen uns für sozial diverse
Einschulungsbereiche für alle Grundschulen und Gemeinschaftsschulen ein.
Chancengleichheit bedeutet: Kinder erhalten die beste Bildung und Unterstützung – unabhängig von Herkunft und Einkommen.
Mehr Entlastung im Alltag bedeutet: Familien finden schneller Hilfe und
alltagsnahe Angebote, die Orientierung und Unterstützung geben.
Mehr Schutz und Wohlbefinden bedeutet: Schulsozialarbeit, psychosoziale
Unterstützung und Prävention stabilisieren Kinder und Jugendliche in
Krisen.
Mehr Teilhabe bedeutet: Kinder und Jugendliche können im Bezirk
mitbestimmen, und Beteiligung wird verlässlich ermöglicht.
Mehr Inklusion bedeutet: Barrierefreie Schulen, Angebote und Freizeitorte
schaffen echte Teilhabe statt Ausgrenzung.
6. Unser Auftrag: Friedrichshain-Kreuzberg wird
familienfreundlichster Bezirk
Gemeinschaftsschulen ausbauen. Wir entwickeln zwei neue barrierefreie und
inklusive Gemeinschaftsschulen, bauen Schulsozialarbeit und das
Schulpsychologische Unterstützungszentrum (SIBUZ) aus und sichern die
verlässliche Finanzierung der Jugendarbeit gegen Kürzungen des Senats.
Beteiligung ernst nehmen. Wir bauen eine echte Beteiligungslandschaft auf:
Kinder und Jugendliche werden bei allen sie betreffenden Belangen einbezogen –
von Spielplatzgestaltung über Schulentwicklung bis zur Verkehrsplanung.
Schulische Gremien werden gestärkt, Eltern aktiv eingebunden.
Barrieren abbauen. Wir schaffen inklusive Strukturen in Schulen,
Freizeiteinrichtungen, bei Hilfen zur Erziehung und auf Spielplätzen.
Barrierefreiheit ist kein Nice-to-have, sondern Mindeststandard.
Familien entlasten. Wir denken Familien in ihrer Vielfalt in allen Planungen mit
und schaffen Infrastruktur, die den Alltag wirklich erleichtert: von
Winterspielplätzen über Wickelmöglichkeiten bis zu gezielter Unterstützung für
von Armut betroffene Familien.
Ressortübergreifend arbeiten. Bildung, Jugend und Familie sind
Querschnittsthemen. Schule, Jugend, Stadtentwicklung, Gesundheit und Soziales
müssen zusammengedacht werden , damit wir in unseren hochverdichteten Kiezen die
besten Startbedingungen für junge Menschen schaffen können. Vor allem bei
Kindern mit komplexen Bedarfen braucht es eine gute Vernetzung in den Ämtern und
Hilfestrukturen. Hier wollen wir durch den Einsatz von Verfahrenslots*innen
Bürokratie und Arbeitsaufwand für die betroffenen Familien abbauen. Damit
Familien sich auf das konzentrieren können, was am wichtigsten ist: das
Wohlergehen ihrer Kinder.